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Heidelberg-Königstuhl

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Herzinsuffizienz-Behandlungs-Programm (H.I.P.):


Neu !   Ambulante Herzgruppe ( "Herzsportgruppe" ):
Ambulante Herzgruppe
 

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Auszeichnung der Beteiligten


Aufgrund der positiven Ergebnisse  des Herzinsuffizienz-Interventions-Programmes ( H.I.P.) wurde den daran beteiligten Mitarbeitern im Jahre 2001 der
Sonderpreis der Bayerischen Landesbank für innovative Klinikprojekte im Bereich „Patient Education“
verliehen. Dieser Klinikförderpreis honoriert innovative Modellprojekte, die einen Beitrag zur sektorenübergreifenden Verbesserung der Patientenversorgung leisten.
In mehreren Zeitungsartikeln in der regionalen Presse wurde über das Projekt und die Verleihung des Förderpreises an die Mitarbeiter berichtet.

( siehe untenstehenden Bericht )

   
 

 

Patientenschulung für Patienten mit Herzinsuffizienz ( Herzmuskelschwäche ) ( H I S ):

6-stündige Schulung in Kleingruppen ( max. 10 Personen ) für Patienten, die einen mittelschweren oder schweren Herzmuskelschaden aufweisen.

   
 

Die Schulung vermittelt den Teilnehmern ein umfangreiches Wissen über ihre Erkrankung
Herzmuskelschwäche, die Ursachen, die Symptome, die nichtmedikamentösen und medikamentösen Behandlungsmaßnahmen und gibt Hilfestellung zum Umgang mit dem schwachen Herzen.  Die Teilnehmer werden in die Lage versetzt, krankheitsbedingte Symptome und Dekompensationen zu erkennen, die dann entsprechend frühzeitig therapiert werden können. Untersuchungen belegen, dass gut geschulte Patienten mit Herzinsuffizienz weniger ernsthafte Probleme im Verlauf haben und dass auch stationäre Krankenhausbehandlungen zumindest teilweise vermieden werden können.

Die Schulung ist entsprechend den Empfehlungen der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie konzipiert, jeder Patient erhält zusätzlich ein ausführliches Begleitbuch zur Schulung, so dass das erworbene Wissen auch zu Hause immer wieder aufgefrischt werden kann.

An der Schulung können alle stationären und teilstationären Patienten unserer Klinik teilnehmen. Zusätzlich hat die AOK Rhein-Neckar ihren Mitgliedern das Angebot gemacht, auch ambulant an der Schulung teilzunehmen. Für Mitglieder anderer Kassen müsste dies im Einzelfall geklärt werden.

Infos bei Frau Fink, Oberarztsekretariat ( Tel. 06221 907506 ).


Abstracts:

5. Deutschen Kongress für Versorgungsforschung Ludwigshafen 12.05.2006 – 13.05.2006:   

Abstract 210: Erfahrungen mit einer strukturierten Herzinsuffizienz-Schulung

Abstract Kongress für Versorgungsforschung Ludwigshafen 2006 ( pdf )

Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquim Bayreuth 13.03.2006 bis 15.03.2006
Abstract Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium Bayreuth 2006 ( pdf )
Beispiel-Folien ( pdf )

 
 

Förderpreis für ein Modellprojekt der 
Rehabilitationsklinik Heidelberg-Königstuhl und der 
Universitätsklinik Heidelberg

Dr. Gabriele Karger, Rehabilitationsklinik Heidelberg-Königstuhl

Eine Million Bundesbürger leiden an chronischer Herzinsuffizienz ( Herzmuskelschwäche ). Für Patienten mit 
dieser Krankheit führte die Rehabilitationsklinik Heidelberg-Königstuhl von 1999 bis 2003 in Zusammenarbeit mit 
der kardiologischen und psychosomatischen Abteilung der Universitätsklinik Heidelberg ein kombiniertes stationär-
ambulantes interdisziplinäres Interventionsprogramm durch. 


Ziel und Hintergrund der Studie
Im Rahmen einer Studie wurde untersucht, ob diese schwer chronisch kranken Patienten von einem intensiven Trainings- und Schulungsprogramm sowie von einem psychosozialen und medizinischen Betreuungsprogramm profitierten.
Hintergrund der Untersuchung war, dass die Zahl der Menschen mit schwerer Herzinsuffizienz ständig steigt. Lebensqualität und Leistungsfähigkeit sind z. T erheblich beeinträchtigt. Oft müssen diese Patienten vorzeitig berentet werden. Dadurch sowie durch häufige Arztbesuche, insbesondere aber durch häufige Krankenhausaufenthalte entstehen hohe Kosten für das Gesundheits- und Rentenversicherungswesen. 

Diese schwer herzkranken Patienten hatten bis vor wenigen Jahren eine sehr geringe Lebenserwartung, die der bei schweren Tumorerkrankungen entsprach. Dies hat sich dank neuer medikamentöser Behandlungsmöglichkeiten ( ACE-Hemmer, Betablocker, Aldosteron-Antagonisten ) deutlich gebessert. Leider erhalten aber noch immer viele der Patienten diese Medikamente nicht oder in zu niedriger Dosis, was zu einem wesentlichen Teil mit der schwierigen Einstellungsphase zu tun hat, die engmaschige klinische und laborchemische Kontrollen erforderlich macht. 


Trainingsprogramm verbessert Belastbarkeit
Bis vor wenigen Jahren wurde Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz zur Herzentlastung eine strikte körperliche 
Schonung empfohlen. Es zeigte sich jedoch, dass dadurch ein Teufelskreis entstand. Das mangelnde Training führt in den peripheren Muskeln zum Abbau von Enzymsystemen, was eine ständig weiter abnehmenden Belastbarkeit dieser ohnehin nur wenig belastbaren Patienten zur Folge hat. So konnte in den letzten Jahren gezeigt werden, dass ein niedrig dosiertes und ärztlich engmaschig überwachtes Trainingsprogramm sicher und ohne negative Effekte für das kranke Herz durchgeführt werden kann. Mittelfristig verbessert sich dadurch die Belastbarkeit der Patienten und zum Teil auch deren Herz-Kreislauffunktion. 


Herzinsuffizienz schränkt die Lebensqualität stark ein
Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz eine schlechte Lebensqualität haben. Dies hängt mit ihrer geringen Belastbarkeit und den dadurch eingeschränkten sozialen Möglichkeiten, den häufigen 
Krankenhausaufenthalten und mit durch die Krankheit entstandenen Ängsten und Depressionen zusammen. Auch die Lebenspartner der Patienten sind durch diese Ängste und Sorgen stark belastet. 


Das Heidelberger Modellprojekt
Das Modellprojekt der Rehabilitationsklinik Heidelberg-Königstuhl setzte bei allen aufgezeigten Punkten an. So wurden die Patienten zunächst in der Herzinsuffizienzambulanz der Univ.-Klinik Heidelberg kardiologisch voruntersucht und mittels Fragebogen zur psychosozialen Situation befragt. Dann kam eine Gruppe von 6 – 10 Patienten ( wenn möglich gemeinsam mit ihren Lebenspartnern ) zu einem 3-wöchigen stationären Aufenthalt in die Rehabilitationsklinik Heidelberg-Königstuhl. 


Programmpunkte während des stationären Aufenthaltes:
Regelmäßiges körperliches Training ( 2 mal / Tag 15 Minuten Ergometerintervalltraining, geführte Spaziergänge, leichte Gymnastik, Atemgymnastik sowie die Anleitung zum Selbstüben mit einem „Atemtrainer“ ), intensive Schulung bezüglich der Erkrankung, deren Symptome, bezüglich der Ernährung, der Medikamente, der Bewegungstherapie, der erforderlichen Allgemeinmaßnahmen und Anleitung zur Selbstbeobachtung ( Gewicht, Wassereinlagerungen, Urinmenge, Luftnot etc. ).  Psychologische Betreuung durch einen Psychologen in Form von Einzel- und Gruppengesprächen sowie psychologische Gruppengespräche  für die begleitenden Partner, Beratung durch einen Sozialarbeiter bezüglich beruflicher Fragen und zu Fragen zum Grad der Behinderung, Erlernen von Entspannungstechniken ( Progressive Muskelentspannung, Yoga, Musiktherapie ). Diätberatungen und praktische Übungen in der Lehrküche ( salzarme und fettarme Kost, alternative Möglichkeiten zum Ersatz von Salz beim Kochen ).  Parallel dazu fanden täglich ärztliche Visiten mit Optimierung der medikamentösen Therapie sowie wöchentliche Leistungstests statt. 


Ambulante Nachtreffen
Nach der stationären Phase fanden ca. alle 4 – 6 Wochen ambulante Nachtreffen für einen Nachmittag statt, bei denen Probleme besprochen und Bewegungstherapie, Diätmaßnahmen, Entspannungstechniken sowie die Wissensinhalte wieder aufgefrischt wurden. Zwischen den ambulanten Treffen wurden die Patienten nochmals telefonisch kontaktiert und zu Problemen und ihrem Befinden befragt sowie dazu motiviert, die erlernten Maßnahmen auch zu Hause weiter durchzuführen. Die ambulanten Treffen und Telefonkontakte fanden über mindestens 1 Jahr, teilweise bis zu 2 Jahren nach demstationären Aufenthalt statt. 


Positive Ergebnisse
Es wurden 63 Patienten stationär-ambulant betreut. Parallel dazu wurde eine gleiche Anzahl Patienten ( Kontrollgruppe ), die in üblicher Weise in der Univ.-Klinik Heidelberg in der Herz- insuffizienz-Sprechstunde versorgt wurden und in ihren Befunden und sonstigen Merkmalen den stationär-ambulanten Patienten entsprachen, kardiologisch und psychosozial nachverfolgt. 

Die wissenschaftliche Auswertung der Ergebnisse ist noch nicht vollständig abgeschlossen, es lassen sich aber sehr positive Trends feststellen: Bei der überwiegenden Mehrzahl der Patienten in der Interventionsgruppe zeigte sich eine sehr positive Beurteilung des Programmes, etwa zwei Drittel der Patienten nahmen regelmäßig an den Nachtreffen teil. Das psychische und soziale Befinden der Patienten besserte sich durch das Programm signifikant und anhaltend. Die körperliche Leistungsfähigkeit, gemessen mit dem Sechs-Minuten-Gehtest, lag am Ende des Programmes durchschnittlich um ca. 20 % ( signifikant ) höher als vor der Maßnahme. Die bessere Belastbarkeit hielt auch in ähnlicher Stärke im weiteren Verlauf an. Die Kontrollgruppe zeigte mehr Dekompensationen. 

Ergebnisse dieses Programmes:
http://www.thieme.de/abstracts/ppmp/abstracts2003/daten/48.html
Abstract ( pdf )

 

 
    www.herzmuskel.de

 

 

 

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